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ApparelX WikiTextil-Glossar

Lab-Dip

Definition

Ein Lab-Dip ist eine Färbemusterprobe, die durch Probenfärben eines kleinen Stücks Textil oder Garn vor der Massenproduktion erstellt wird, um zu prüfen, wie gut sich die vorgegebene Farbe reproduzieren lässt, und um die Haptik zu bestätigen.

Inhalt5 Abschnitte
  1. Definition und Überblick
  2. Merkmale und was bestätigt werden kann
  3. Haupteinsatz und Ablauf
  4. Auswahl und Hinweise zur Handhabung
  5. Häufig gestellte Fragen

Definition und Überblick

Ein Lab Dip ist eine kleine Farbprobe, die in den Testanlagen einer Färberei hergestellt wird. Auf Grundlage des von der Planungsabteilung vorgegebenen Farbtons oder der Farbnummer werden die Färberezeptur und die Färbebedingungen angepasst, um Kandidaten zu erzeugen, die dem Zielton möglichst nahekommen. Er dient dazu, die Farbe vor der Produktionsfärbung zu bestätigen.

Damit ist nicht das Textil selbst oder ein Verarbeitungsname gemeint, sondern der Probenherstellungsprozess zur Bestimmung der Farbe. Vor Ort wird er auch als Becherprobe oder Becherfärbung bezeichnet, doch diese Begriffe können auch das Gefäß oder die Testfärbemethode meinen, daher muss der Kontext geprüft werden.

Merkmale und was bestätigt werden kann

Lab Dips werden vor allem verwendet, um den optischen Farbeindruck wie Farbton, Helligkeit und Sättigung zu prüfen. Selbst bei derselben vorgegebenen Farbe verändert sich das Erscheinungsbild je nach Faserart, Garnstärke, Gewebekonstruktion, Vorbehandlung und Farbstoff, daher ist es wichtig, die tatsächlich in Serie zu produzierende Ware zu verwenden.

Das Griffgefühl kann auch bei einer kleinen Probe bis zu einem gewissen Grad geprüft werden, kann sich jedoch je nach in der Produktion eingesetzter Färbemaschine, Verarbeitungsbedingungen und Rollengröße verändern. Eigenschaften wie Saugfähigkeit oder Dehnbarkeit oder das endgültige Oberflächengefühl werden dadurch nicht garantiert.

  • Die Farbe unter Lichtquellen prüfen, die dem vorgesehenen Einsatz nahekommen, etwa Tageslicht, Ladenbeleuchtung und LED-Beleuchtung.
  • Beim Vergleich mit einer Farbprobe auch auf Metamerie achten, bei der Farben je nach Lichtquelle unterschiedlich erscheinen.
  • Den Kandidaten Nummern und Rezepturinformationen zuweisen und die freigegebenen Angaben in Spezifikationen und anderen Dokumenten festhalten.

Haupteinsatz und Ablauf

Er wird zur Farbentscheidung bei Bekleidung verwendet, etwa für Hemden, Blusen, Cut-and-Sew-Tops, Hosen, Oberbekleidung und Uniformen, die aus stückgefärbten Textilien oder Garnen hergestellt werden. Er ist nicht auf eine bestimmte Saison beschränkt, doch bei hellen Farben, dunklen Farben und kräftigen Farben kann die Zahl der zu prüfenden Muster je nach Material und Einsatzzweck erhöht werden.

In der Regel läuft der Prozess von der Vorlage der Farbproben über die Testfärbung, das Einreichen des Lab Dips, die Freigabe bis zur Produktionsfärbung. Um Farbabweichungen zum Serienprodukt zu verringern, ist es wichtig, dass die Aufbewahrungsmethode der freigegebenen Probe, die für die Prüfung verwendete Lichtquelle und der zulässige Toleranzbereich allen Beteiligten gemeinsam bekannt sind.

Auswahl und Hinweise zur Handhabung

Bei der Bewertung eines Lab Dips sollte bestätigt werden, ob Mischungsverhältnis, Konstruktion, Flächengewicht sowie Vor- oder Nachbehandlungen wie PFD oder angeraute Ausrüstung mit der geplanten Produktion übereinstimmen. Eine mit einem anderen Textil hergestellte Farbprobe kann als Referenz für den Zielton dienen, zeigt jedoch nicht direkt die Farbe des in Serie zu produzierenden Textils.

Einlauf, Veränderungen des Erscheinungsbilds nach dem Waschen, Farbverblassen oder -übertrag sowie Nadelspuren oder Ausbleichen beim Nähen lassen sich anhand eines Lab Dips allein nicht vollständig beurteilen. Vor der Produktion sollten bei Bedarf Einlauf, Echtheit und Nähgeeignetheit mit Testrollen oder Produktmustern bestätigt und die Ergebnisse auch in Pflegeetiketten berücksichtigt werden.

Farbunterschiede können zwischen der Warenkante und der Mitte des Textils, zwischen Rollen sowie bei zusätzlicher Produktion auftreten. Wenn die freigegebene Probe als Referenz aufbewahrt und Produktionschargen geprüft werden, lassen sich die Abstimmung beim Zuschnitt und Farbabweichungen zwischen Produkten besser handhaben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Lab Dip und einer Farbprobe?

Ein Lab Dip ist eine Testprobe, die gefärbt wird, um zu bestätigen, ob eine vorgegebene Farbe reproduziert werden kann. Eine Farbprobe hingegen ist ein Sammelbegriff für ein kleines Probestück, mit dem die Textur, Farbe, das Muster und andere Eigenschaften von Stoff oder Zubehör geprüft werden. Eine Farbprobe ist nicht unbedingt ein testgefärbtes Teil.

Ist die Produktionsfarbe nach der Lab-Dip-Freigabe exakt dieselbe?

Die freigegebene Probe wird zum Standard für die Produktionsfarbe, doch Testfärbung und Produktion unterscheiden sich in Anlagen und Verarbeitungsmenge, sodass sie nicht exakt identisch sein müssen. Es ist notwendig, je nach Material, Farbe und Verarbeitungsbedingungen einen zulässigen Bereich festzulegen und die Farbe während der Produktion rollen- oder chargenweise zu prüfen.

Können Wascheinlauf und Farbverblassen mit einem Lab Dip geprüft werden?

In manchen Fällen kann eine einfache Prüfung erfolgen, doch die Beurteilung der Waschbeständigkeit oder des Einlaufs eines Produkts allein anhand einer kleinen testgefärbten Probe reicht nicht aus. Separate Echtheitstests für Waschen, Reiben, Schweiß und andere erforderliche Bedingungen sollten zusammen mit Prüfungen unter möglichst realen Produktionsbedingungen durchgeführt werden.

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