Borte
Eine Borte ist ein schmales Bekleidungsmaterial, das durch Weben, Stricken, Flechten oder ähnliche Verfahren aus Nähgarn oder bandartigen Materialien zu einer langen, dünnen Form hergestellt wird und für Abschlüsse, Dekoration und Verstärkung bei Kleidung und Modeaccessoires verwendet wird.
Definition und Überblick
Borte ist ein Oberbegriff für dekorative Materialien, die zu langen, schmalen streifen- oder kordelartigen Formen verarbeitet werden. Sie wird an Kanten von Kleidungsstücken, Nahtlinien, Tascheneingriffen und ähnlichen Stellen aufgenäht und als Designakzent, Kantenabschluss oder Verstärkung verwendet. Viele Arten haben eine Oberflächenstruktur oder Muster und verleihen dem Materialcharakter mehr Ausdruck.
Das englische Wort braid bezeichnet ursprünglich etwas, das durch das Verflechten von Fäden entsteht, doch bei Bekleidungsmaterialien in Japan kann auch ein durch Weben oder Stricken hergestelltes Zierband als braid bezeichnet werden, selbst wenn es keine geflochtene Struktur hat. Aus diesem Grund ist es wichtig, beim Bestellen die Struktur und die Querschnittsform zu bestätigen.
Materialien und Struktur
Zu den für Borten verwendeten Materialien gehören Baumwolle, Polyester, Nylon, Rayon, Acryl, Wolle und Seide. Glanz, Festigkeit, Flauschigkeit, Abriebfestigkeit und Veränderungen beim Waschen variieren je nach Material, und selbst Produkte mit demselben Aussehen unterscheiden sich in der Verarbeitbarkeit und den Einsatzmöglichkeiten.
Zu den Strukturen gehören das Weben, bei dem Fäden gekreuzt werden, das Stricken, bei dem Schlingen die Struktur bilden, und das Flechten, bei dem mehrere Fäden diagonal verlaufen. Es gibt flache, runde, gezackte oder wellenförmige sowie Quastenarten, und auch die Dehnbarkeit in eine bestimmte Richtung sowie die Neigung zum Ausfransen an den Enden unterscheiden sich je nach Struktur.
- Weben: relativ formstabil und für flache Kantenabschlüsse verwendet.
- Stricken: flexibel und in manchen Fällen besonders gut für geschwungene Linien geeignet.
- Flechten: verleiht eine dreidimensionale Wirkung und wird für runde, kordelartige Designs verwendet.
Wie man Maße liest
Flache Borte wird im Allgemeinen über die Breite angegeben. Beim Prüfen eines Produkts ist die Gesamtbreite zu bestätigen, also nicht nur der sichtbare Teil, wenn das Produkt aufgenäht ist, sondern auch der als Nahtzugabe verdeckte Teil. Bei wellenförmigen oder schlingenförmigen Formen können die maximale Breite und die effektive Nähbreite voneinander abweichen.
Runde oder kordelartige Borte wird oft über die Stärke, also den Durchmesser, angegeben. Weiche Produkte können jedoch je nach Handhabung unterschiedliche Maße annehmen. Falls erforderlich, sollten Querschnitt, Stärke, Rapport und Erscheinungsbild am tatsächlichen Artikel geprüft werden.
Hauptanwendungen und Auswahl
Zu den Hauptanwendungen gehören Besätze für Jacken und Uniformen, Dekoration für Kleider und Bühnenkostüme, Kantenabschlüsse für Taschen und Hüte sowie Verzierungen für Einrichtungsgegenstände. Wenn sie nicht nur an geraden Abschnitten, sondern auch an Rundungen wie Ausschnitten und Bündchen verwendet wird, sollte geprüft werden, wie gut sie sich biegen lässt und wie sich beim Nähen Falten bilden.
Bei der Auswahl sollten neben Farbe, Glanz und plastischer Wirkung, die zum Design passen, auch Unterschiede in Stärke und Dehnung im Vergleich zum Oberstoff berücksichtigt werden. Für Bereiche, die beim Tragen zu Hängenbleiben neigen, sollte Abriebfestigkeit gewählt werden; bei Produkten, die gewaschen werden, sind Einlaufen, Farbverlust und Formverlust nach dem Waschen zu berücksichtigen.
- Beim Anbringen an Rundungen zunächst heften, um die erforderliche Länge und Anpassungsfähigkeit zu bestätigen.
- Bei Stretchstoffen auf Wellen oder Kräuseln achten, die durch Unterschiede in der Dehnung zur Borte entstehen.
- Die Musterrichtung sowie die Richtung von Spitzen und Wellen festlegen und bei symmetrischen Spezifikationen die Zuschnittsrichtung ausrichten.
Handhabung und Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Geschnittene Enden können je nach Struktur Fäden verlieren oder ausfransen. Sie müssen entsprechend den Produktspezifikationen verarbeitet werden, etwa indem sie in die Nahtzugabe eingelegt, das Ende eingeschlagen oder eine Ausfransschutzbehandlung angewendet wird. Ob Hitze verwendet werden kann, hängt von der Faserart ab; daher darf ohne vorherigen Test keine Hitze angewendet werden.
Ribbon bezeichnet oft ein flaches, durchgehendes Bandmaterial, während Borte allgemein schmale Materialien umfasst, die durch Struktur oder Oberflächendesign gekennzeichnet sind. Piping ist vor allem eine Verarbeitung oder ein Material, mit dem Nähte oder Kanten wie eine Kederausführung gestaltet werden; seine Rolle unterscheidet sich von dekorativer Borte.
Häufig gestellte Fragen
Wie sollten Borte und Ribbon unterschiedlich verwendet werden?
Ribbon wird oft als flaches Bandmaterial gehandhabt und auch zum Binden und Schichten verwendet. Borte weist häufig eine dreidimensionale Struktur oder fortlaufende Muster auf, die durch Flechten, Stricken oder Weben entstehen, und eignet sich für Kantenabschlüsse und dekorative Nahtlinien. In der Praxis überschneiden sich manche Produktbezeichnungen, daher ist die Struktur und Anwendung zu prüfen.
Geht Borte beim Waschen ein oder franst sie aus?
Das Ausmaß von Einlaufen und Ausfransen hängt von Faserart, Struktur, Verarbeitung und Waschbedingungen ab. Artikel mit Naturfasern oder dreidimensionaler Struktur können sich nach dem Waschen in Größe oder Form verändern. Vor der Massenproduktion sollte ein Waschtest zusammen mit dem Oberstoff durchgeführt und auch die Verarbeitung der Enden bestätigt werden.
Wie lässt sich Borte sauber an geschwungene Bereiche nähen?
Wenn sie für die Kurve zu steif oder zu breit ist, treten eher innen Falten und außen ein Abheben auf. Zunächst mit einer kurzen Probenaht die Anpassungsfähigkeit prüfen und bei Bedarf eine schmale und flexible Ausführung wählen. Nicht stark ziehen; die Grundmethode besteht darin, sie zu heften und schrittweise in kleinen Abschnitten zu nähen.






