Schrägband
Schrägband ist ein schmales Band aus gewebtem Stoff, das im Schrägschnitt, also diagonal zum Fadenlauf, zugeschnitten wird, sodass es sich leicht um geschwungene Kanten legen lässt.
Definition und Überblick
Schrägband ist ein schmaler Stoffstreifen, der im Schrägschnitt zugeschnitten wird, in der Regel in einem 45-Grad-Winkel zum Kett- und Schussfaden des Gewebes. Auch wenn der Stoff selbst nicht sehr dehnbar ist, lässt er sich diagonal leichter dehnen, sodass er sich gut an geschwungene Kanten anpasst.
Es wird verwendet, um offene Kanten wie Halsausschnitte, Armausschnitte, Säume und Taschenöffnungen einzufassen und sauber abzuschließen, und dient außerdem als dekorativer Farbakzent. Durch das Überdecken der Schnittkante hilft es, Ausfransen zu verhindern und gleichzeitig die Nahtzugabe ordentlich zu verarbeiten.
Materialien und Aufbau
Die meisten bestehen aus gewebten Stoffen wie Baumwolle oder Polyester, und Leinwandbindung ist häufig. Je nach Material, Fadendicke, Gewebedichte und Veredelungsverfahren unterscheiden sich Weichheit, Dicke, Glanz, Nähfreundlichkeit und Schrumpfung nach dem Waschen.
Zu den Formen von Schrägband gehören roh geschnittene Streifen, Einfassband mit einer oder auf beiden Seiten einer Bruchkante und doppelt gefaltetes Band, das in der Mitte halbiert ist. Doppelt gefaltetes Band erleichtert das Einfassen von Stoffkanten, während einfach gefaltetes Band zum Verarbeiten von Nahtzugaben und zum Abschließen von Belegen verwendet wird.
Strickband oder elastisches Band wird manchmal ebenfalls als Schrägband bezeichnet, doch die ursprüngliche Bedeutung bezieht sich auf gewebtes Band, das im Schrägschnitt zugeschnitten ist. Wenn Dehnbarkeit erforderlich ist, sollte Material und Aufbau jeweils einzeln geprüft werden.
Wie die Breite angegeben wird
Die Breite kann als volle Breite vor dem Falten oder als sichtbare fertige Breite nach dem Falten angegeben werden. Selbst bei derselben angegebenen Breite unterscheiden sich die einfassbare Stoffmenge und das Erscheinungsbild je nach Faltangabe, daher sollte die technische Zeichnung oder das tatsächliche Produkt geprüft werden.
Bei der Auswahl sollte man nicht nur die Bandbreite berücksichtigen, sondern auch die Dicke des einzufassenden Stoffes, die Nahtzugabe und die außen nach dem Nähen sichtbare Breite. Beim Einfassen dicker Stoffe oder überlappender Bereiche sollte anhand eines Musters überprüft werden, ob die eingeschlagene Menge des Bandes ausreichend ist.
- Bei einfach gefaltetem Band die Methode zum Verarbeiten der Nahtzugabe anhand der Seite mit der gefalteten Kante berücksichtigen.
- Bei doppelt gefaltetem Band sind die Faltbreiten auf Vorder- und Rückseite nicht immer gleich, daher die Seite prüfen, die angenäht wird.
- Die benötigte Länge unter Berücksichtigung der Passform um geschwungene Bereiche und eines ausreichenden Randes für die Kantenverarbeitung schätzen.
Hauptanwendungen und Auswahl
Schrägband wird zum paspelähnlichen Einfassen an gewebten Halsausschnitten und Armausschnitten, zum Einfassen von Schürzen und Accessoires sowie zum Verarbeiten von Nahtzugaben auf der Innenseite verwendet. Es ist in Bereichen mit vielen Rundungen vorteilhaft, da es sich leichter anpasst als gerader, längs zur Faser geschnittener Streifen.
Bei Anwendungen, bei denen es außen sichtbar ist, sollten Farbe, Glanz, Dicke und Aussehen nach dem Waschen zum Hauptstoff passen. Bei Halsausschnitten und Armausschnitten, die die Haut berühren, sollten auch Steifigkeit und Haptik der Kante geprüft werden. Für die innere Verarbeitung erleichtert ein Band, das nicht dicker ist als der Hauptstoff, die Verringerung des Volumens an der Nahtzugabe.
Verarbeitung und Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Da sich die Schrägrichtung leicht dehnt, kann starkes Ziehen beim Nähen zu Wellenbildung und Maßungenauigkeiten führen. Bei Rundungen das Band nicht gewaltsam dehnen, sondern beim Nähen bei Bedarf leicht einhalten. Vor dem Nähen ist es sicherer, an einem Reststück Nähschrumpfung, Ausbluten der Farbe und Schrumpfung nach dem Waschen zu prüfen.
Schrägband mit roher Kante kann an den Enden ausfransen, daher sollten Kantenverarbeitung und die Nähposition berücksichtigt werden. Einfassband und Bindeband sind Oberbegriffe für Anwendungen und Nähmethoden und beziehen sich nicht immer auf gewebtes Band, das im Schrägschnitt zugeschnitten ist.
Halbschrägband bezeichnet Band, das in einem anderen Winkel als den üblichen 45 Grad zugeschnitten ist, obwohl es in Schrägrichtung liegt. Da sich seine Dehnung und Anpassung an Rundungen unterscheiden, sollte es nicht als gleichwertiger Ersatz für normales Schrägband verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie wählt man zwischen Schrägband und geradem Band?
Für geschwungene Halsausschnitte, Armausschnitte und runde Taschenöffnungen ist Schrägband geeignet, da es sich diagonal dehnt und sich leicht anpasst. Für gerade Abschnitte und Bereiche, in denen die Dehnung begrenzt werden soll, wird oft ein gerader, im Fadenlauf geschnittener Streifen gewählt.
Wie kann Wellenbildung bei Schrägband verhindert werden?
Beim Nähen gilt grundsätzlich, weder nur das Band noch nur den Hauptstoff zu ziehen, sondern beides gleichmäßig entlang der Rundung zu führen. Vor dem Nähen einen Teststich machen und den Nähfußdruck, die Stichlänge sowie die Kombination aus Bandbreite und Stoffdicke anpassen.
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