Webblatt
Ein Webblatt ist ein kammartiges Webmaschinenbauteil, das dazu dient, die Kettfäden in regelmäßigen Abständen anzuordnen und das eingetragene Schussgarn an den Warenanschlag zu schlagen.
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Definition und Überblick
Ein Webblatt ist ein kammartiges Bauteil des Webstuhls, das aus dünnen Streifen, den sogenannten Litzen, besteht. Die Kettgarne werden zwischen die Webblattlitzen geführt, um die vorgesehene Webbreite und den Garnabstand zu halten, und während des Webens drückt es das Schussgarn an den Warenanschlag.
Die Webblattdichte und die Art, wie die Kettgarne durch die Webblattlitzen gezogen werden, beeinflussen die Kettdichte und das Erscheinungsbild des Gewebes. Selbst bei demselben Webblatt variieren die Enddichte und der Griff jedoch je nach Garnstärke, Bindungsstruktur und Veredelungsprozessen.
Auswirkung auf das Gewebe
Die Feinheit des Webblatts und die Webblatt-Einrichtung beeinflussen die Anordnung der Kettgarne. Im Allgemeinen führt eine dichte Einstellung der Kettgarne mit einem feinen Webblatt zu einer gleichmäßigeren Oberfläche und einem kompakteren Erscheinungsbild, kann jedoch in Kombination mit dem Garn und der Bindungsstruktur auch Steifigkeit erzeugen.
Bei dicken Garnen oder Effektgarnen müssen der Abstand der Litzen und die Einfädelmethode zur Garnstärke passen. Ist die Einstellung nicht passend, können die Kettgarne scheuern und fusselig werden, oder im Gewebe können ungleichmäßige Streifen erscheinen.
Haupteinsatzgebiete und Position im Weben
Webblätter werden beim Weben von Geweben aus Kett- und Schussgarnen verwendet, etwa in Leinwandbindung, Köperbindung und Satinbindung. Sie sind ein grundlegendes Bauteil vieler auf Webstühlen hergestellter Gewebe, von Hemden- und Kleiderstoffen bis hin zu Denim, gewebten Futterstoffen und Industriegeweben.
Nach dem Schären werden die Kettgarne der Reihe nach durch Litzen und Webblatt gezogen. Die Litzen bewegen die Kettgarne nach oben und unten, um das Fach zu bilden, während das Webblatt den Kettfadenabstand hält und das Schussgarn anschlägt.
- Das Kettfädeln ist der Vorbereitungsschritt, bei dem die Kettgarne durch die Litzen und das Webblatt geführt werden.
- Die Webblatteinrichtung bezieht sich speziell auf das Einziehen der Kettgarne zwischen die Webblattlitzen oder auf die Einfädelanordnung selbst.
- Webblattlitzen sind die einzelnen dünnen Streifen, aus denen das Webblatt besteht.
Hinweise zu Auswahl und Handhabung
Bei der Gewebeplanung werden Webblatt und Webblatteinrichtung auf der Grundlage von Material, Garnfeinheit, Anzahl der Kettfäden, Bindungsstruktur und gewünschter Gewebebreite ausgelegt. Da sich Breite und Dichte nach dem Waschen, Färben und Veredeln verändern, sollte das Endergebnis nicht allein anhand der Auslegung im Rohgewebezustand beurteilt werden.
Ein Webblatt ist ein Bauteil des Webstuhls und nichts, was bei der Wäsche oder beim Nähen von Bekleidungsprodukten direkt gehandhabt wird. Schrumpfung und Nähaspekte sollten anhand der Faserzusammensetzung, Bindungsstruktur, Dichte und Verarbeitungsbedingungen des Gewebes beurteilt werden, nicht anhand des Webblatts selbst.
Unterschied zu ähnlichen Begriffen
Sowohl ein Webblatt als auch Litzen sind Webstuhlteile, durch die Kettgarne geführt werden, doch ihre Aufgaben unterscheiden sich. Die Litzen bewegen die Kettgarne zur Bildung des Fachs, während das Webblatt den Kettfadenabstand hält und das Schussgarn anschlägt.
Webblattspuren bezeichnen streifenartige Erscheinungen auf der Gewebeoberfläche, die durch die Webblattlitzen oder die Anordnung der Kettgarne verursacht werden. Das Webblatt ist die Bezeichnung des Bauteils, während Webblattspuren als optisches Merkmal oder als Fehler betrachtet werden, der auf dem Gewebe erscheint.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Webblatteinrichtung?
Die Webblatteinrichtung bezeichnet das Einziehen von Kettgarnen zwischen die Webblattlitzen oder die Anordnung, wie viele Kettgarne durch jede Litze geführt werden. Da sie die Kettdichte, die Webbreite und die Gleichmäßigkeit der Oberfläche beeinflusst, wird sie passend zur Garnstärke und zur Gewebestruktur ausgelegt.
Verändert sich die Gewebeschrumpfung durch Unterschiede im Webblatt?
Die Auslegung des Webblatts beeinflusst die Kettdichte und die Breite des Rohgewebes und steht damit auch in Zusammenhang mit den Endmaßen. Die Schrumpfung beim Waschen und Veredeln wird jedoch durch mehrere Faktoren wie Faserbeschaffenheit, Drehung, Bindungsstruktur sowie Färbe- und Veredelungsprozesse bestimmt, sodass sie nicht allein anhand des Webblatts beurteilt werden kann.






