Griff
Griff ist ein Begriff, der die für ein Material typischen Oberflächen- und Materialeigenschaften bezeichnet und umfassend aus dem Gefühl beim Berühren des Textils sowie aus seiner Optik und seinem Fall wahrgenommen wird.
Definition und Überblick
Griff bezeichnet den sensorischen Eindruck, den ein Textil vermittelt, etwa weich, fest, glatt, trocken oder voluminös. Abgeleitet vom englischen Begriff Hand feel wird er in der Praxis manchmal auch einfach als „hand“ bezeichnet.
Griff wird nicht durch eine einzelne Zahl bestimmt. Er entsteht durch eine Kombination aus Faserart, Garnstärke und Drehung, Gewebe- oder Strickstruktur, Dichte, Flächengewicht sowie Färbe- und Ausrüstungsprozessen.
Bestandteile des Griffs
Zu den taktilen Eigenschaften zählen Oberflächenglätte, Geschmeidigkeit, Elastizität, Volumen und Fall. Auch der optische Glanz und die Transparenz, das Tragegefühl auf der Haut sowie das Geräusch beim Reiben beeinflussen den Eindruck des Griffs.
Selbst Gewebe aus derselben Faser können je nach Struktur und Verarbeitung unterschiedliche Griffe haben. Beispielsweise erzeugt eine aufgerauhte Ausrüstung einen warmen, weichen Eindruck, während stark gedrehte Garne eher ein trockenes, knackiges Gefühl und einen kühlen Eindruck vermitteln.
- Weich: ein sanfter, weicher Griff mit wenig Rauheit auf der Haut.
- Festigkeit und Stand: ein Zustand, in dem das Material leicht seine Form hält und ein gewisses Maß an Festigkeit und Rücksprungkraft besitzt.
- Volumen: eine Eigenschaft, die den Eindruck von Dicke und Elastizität vermittelt, als sei Luft eingeschlossen.
- Fall: eine Eigenschaft, die es dem Stoff ermöglicht, natürlich zu fallen und Falten zu bilden.
- Knackiger Griff: ein trockener, glatter Tastsinn mit Festigkeit.
Hauptanwendungen und Stoffauswahl
Griff ist ein wichtiges Kriterium bei der Stoffauswahl, da er die Designabsicht und den Tragekomfort von Kleidungsstücken beeinflusst. Für Hemden und Blusen sind Leichtigkeit und ein angenehmer Griff gefragt, für Jacken Festigkeit und eine gute Schnittoptik, und für Mäntel Volumen und Wärme.
Beim Prüfen von Stoffmustern sollte man nicht nur die Oberfläche betrachten, sondern den Stoff auch in die Hand nehmen, biegen, drapieren und schichten. Wichtig ist, sich die geplante Endverwendung vorzustellen und außerdem zu prüfen, wie fest der Stoff wirkt, wenn Einlage und Futter kombiniert werden, sowie wie er nach dem Nähen aussieht.
Auswahl und Hinweise zur Handhabung
In der Planungsphase sollte der gewünschte Griff in konkreten Begriffen beschrieben werden, also nicht nur „weich“, sondern zum Beispiel auch „dünn und fließend“ oder „glatt an der Oberfläche mit mäßiger Festigkeit“. Da sich der Griff je nach Farbe, Charge und Verarbeitungsbedingungen ändern kann, sollte er vor der Serienproduktion anhand des tatsächlichen Materials bestätigt werden.
Waschen, Trocknen und Reibung beim Tragen können den Griff verändern. Schrumpfen, Aufrauen, Pilling und Verhärtung können auftreten, daher sollten die Pflegehinweise beachtet und die Produktspezifikationen erst nach Tests und einer Prüfung des Zustands nach dem Waschen festgelegt werden.
Dünne, weiche Stoffe und stark dehnbare Materialien neigen beim Nähen möglicherweise zu Dehnung oder Wellenbildung. Nadel, Faden, Nähfußdruck und Einlage sollten auf den Stoff abgestimmt und das Endergebnis mit einem Nähmuster geprüft werden.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Touch feel bezeichnet vor allem das Empfinden im Moment des Berührens mit der Hand. Griff hingegen ist ein weiter gefasster Begriff, der nicht nur das Berühren, sondern auch Aussehen, Fall, Rücksprungkraft und den Eindruck beim Tragen bewertet.
Flächengewicht, Dichte und Garnfeinheit sind relativ objektive Spezifikationen für Stoff und Garn. Diese beeinflussen den Griff, aber selbst bei gleichen Zahlen kann sich das Gefühl unterscheiden, wenn Faser, Struktur oder Verarbeitung anders sind.
Häufig gestellte Fragen
Wie sollte der Griff geprüft werden?
Den Stoff nicht nur flach betrachten, sondern auf verschiedene Weise prüfen, etwa durch Berühren, Zusammendrücken, um die Rücksprungkraft zu sehen, und durch Drapieren, um den Fall zu beurteilen. Wenn möglich, ist es praxisnah, ein Nähmuster anzufertigen und die Verträglichkeit mit Einlage und Futter sowie Veränderungen nach dem Waschen zu prüfen.
Bleibt der Griff gleich, wenn das Material dasselbe ist?
Selbst bei gleichem Materialnamen verändert sich der Griff, wenn Garnstärke und Drehung, Gewebe- oder Strickstruktur, Dichte oder Verarbeitung unterschiedlich sind. So kann Baumwolle beispielsweise von dünn und geschmeidig bis dicht und fest reichen. Es ist notwendig, das tatsächliche Material zu prüfen, nicht nur den Materialnamen.
Wie sollte der Griff bei einer Bestellung kommuniziert werden?
Wenn man nur abstrakte Begriffe wie „weich“ nennt, kann es zu unterschiedlichen Auslegungen kommen. Verwenden Sie stattdessen getrennte Angaben zu Verwendungszweck, Dicke, Festigkeit, Fall, Oberflächenstruktur und Hautgefühl und geben Sie ein Referenz-Stoffmuster an. Bestätigen Sie außerdem zulässige Abweichungen sowie die Eigenschaften, die nach dem Waschen erhalten bleiben sollen.






