Plissierung
Plissieren ist ein Verfahren, das Textilien in einer gleichmäßigen Form mit Falten oder Plisseefalten versieht und so eine reliefartige Optik, Bewegungsfreiheit und einen schönen Fall erzeugt.
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Definition und Überblick
Plissieren ist ein Verfahren, bei dem gewebte oder gestrickte Textilien gefaltet und mithilfe von Hitze, Druck, Chemikalien oder ähnlichen Methoden Faltenformen erzeugt werden. Typische Formen sind Kellerfalten, die in dieselbe Richtung gelegt werden, und Gegenfalten mit abwechselnden Faltkanten.
Damit ist nicht die Gewebekonstruktion oder das Muster selbst gemeint, sondern vielmehr eine Art der Veredelung oder Nachbehandlung, die einem Textil oder Produkt dreidimensionale Falten verleiht. Breite, Richtung, Tiefe und Form der Falten verändern das Erscheinungsbild und die Bewegungsfreiheit des Produkts.
Merkmale und Wirkung
Regelmäßige Falten erzeugen Schatten, und der Eindruck verändert sich mit der Bewegung beim Gehen oder durch Wind. Senkrechte Falten vermitteln eher einen ordentlichen Eindruck, während waagerechte oder unregelmäßige Falten sich für dekorativere Wirkungen eignen.
Da zwischen den Falten Raum entsteht, gewinnt das Kleidungsstück im Vergleich zu flachen Maßen an Bewegungsfreiheit. Das dehnungsähnliche Gefühl und der Fall der Falten variieren jedoch je nach Material, Faltenentwurf und Verarbeitungsmethode und unterscheiden sich grundsätzlich von der Dehnbarkeit, die etwa durch ein Gummiband entsteht.
Bei Verfahren, die die Form durch Hitze fixieren, behalten Materialien wie Polyester mit thermoplastischen Eigenschaften ihre Form im Allgemeinen leichter. Bei Naturfasern und regenerierten Fasern hingegen variiert der Faltenhalt je nach Verarbeitungsbedingungen und Nachbehandlung stark.
Hauptanwendungen
Plissieren wird bei Plisséröcken, Kleidern, Blusen und Hosen sowie bei Artikeln wie Kleidern und Bühnenkostümen eingesetzt, bei denen Bewegung und Dreidimensionalität gefragt sind. Es kann auch als Teildetail an Ärmeln, Kragen, Säumen und fransenähnlichen Details verwendet werden.
Leichte Materialien mit weichem Fall eignen sich für luftige Wirkungen, während etwas festere Materialien für Wirkungen geeignet sind, die die Kontur der Falten betonen. Da Wärme, Volumen und Höhenunterschiede je nach Materialstärke und Faltenmenge variieren, werden die Designs je nach Zweck für Frühling/Sommer und Herbst/Winter angepasst.
Hinweise zu Auswahl und Verarbeitung
In der Planungsphase sind Art und Haltbarkeit der Falten sowie Material, Flächengewicht, Transparenz und Fall zu prüfen. Da sich die benötigte Stoffbreite und der Stoffverbrauch erhöhen, wenn die Falten ausgebreitet werden, sollten Schnitt- und Markierungspläne auch die vergrößerten Maße und die Muster- bzw. Laufrichtung berücksichtigen.
Beim Zuschnitt und Nähen werden Heftnähte oder eine provisorische Fixierung verwendet, damit sich die Falten nicht verschieben, und Richtung sowie Erscheinungsbild der Falten an den Verbindungsstellen kontrolliert. Wo sich Materialstärken überlagern, müssen auch die Behandlung der Nahtzugabe und die Nahtstufenhöhe geprüft werden.
Waschen, Feuchtigkeit, Reibung und Hitze können die Falten weicher machen oder ihre Form verändern. Bügeln und Dampf können die Falten plattdrücken, daher sind die Pflegehinweise für jedes Produkt und die Verarbeitungsbedingungen des Veredelungsbetriebs zu beachten. Es ist wichtig, vorab Waschtests durchzuführen, um die Schrumpfquote und Formveränderungen zu bestätigen.
- Den Stoffverbrauch auf Basis der benötigten ausgebreiteten Maße prüfen, nicht auf Grundlage der fertigen Breite mit zusammengelegten Falten.
- Gemusterte Materialien sollten mit einem Musterteil geprüft werden, da das Muster an den Faltlinien der Falten unterbrochen werden oder sich im Erscheinungsbild verändern kann.
- Da nach der Verarbeitung Maßänderungen auftreten können, sind die Spezifikationen einschließlich der Verarbeitungsschritte zu verwalten.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Falten bezeichnen im Allgemeinen durch das Zusammenlegen des Stoffes entstandene Falten, während Rüschen feine Fältelungen bezeichnen, die durch das Zusammenziehen des Stoffes mit Nähgarn entstehen. Falten machen regelmäßige Faltlinien leichter sichtbar, während Rüschen ein weiches Volumen auf Grundlage der gerafften Menge erzeugen.
Plating bezieht sich vor allem auf eine Strickkonstruktion oder Stricktechnik, bei der verschiedene Garne auf Vorder- und Rückseite getrennt gestrickt werden, insbesondere bei Strickwaren. Die Bezeichnungen ähneln sich, doch es ist etwas anderes als Plissieren, bei dem Falten in Stoff erzeugt werden.
Häufig gestellte Fragen
Geht plissierter Stoff beim Waschen ein?
Ob und wie stark er eingeht, hängt vom Material, der Verarbeitungsmethode und den Waschbedingungen ab. Da sich auch die Form der Falten beim Waschen verändern kann, sollten Schrumpfquote und Faltenhalt vor der Serienproduktion mit der vorgesehenen Waschmethode geprüft und das Pflegeetikett entsprechend festgelegt werden.
Kann plissierter Stoff genäht werden?
Ja, aber die Faltenpositionen müssen vom Zuschnitt bis zum Nähen erhalten bleiben. Verschieben sich die Falten an der Naht, wirkt das Erscheinungsbild ungleichmäßig; daher sollten provisorische Fixierung oder Heftnähte verwendet und die Stärke an überlappenden Nahtzugaben sowie die Nähreihenfolge im Voraus geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Plissieren und Stretch?
Plissieren ist eine Form, bei der sich gefaltete Falten bei Bewegung öffnen und so Bewegungsfreiheit bieten. Stretch bezeichnet die Eigenschaft des Stoffes selbst, sich zu dehnen und wieder zurückzugehen. Stretch-Materialien können auch in plissierten Produkten verwendet werden, doch Art der Dehnung und Rücksprungverhalten sind nicht dasselbe.






