Drall
Drall ist der Prozess des spiralförmigen Verdrillens von Fasern oder Einzelfäden miteinander, beziehungsweise bezeichnet er den Grad und die Richtung dieser Verdrillung; er ist ein Faktor, der die Festigkeit, den Griff, das Oberflächenbild und die Dehnbarkeit von Nähgarn und Textilien beeinflusst.
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Definition und Überblick
Drall ist das Verdrillen, mit dem kurze Fasern zu Nähgarn gebündelt oder mehrere Einfachgarne zu Nähgarn zusammengefügt werden. Der Grad des Dralls wird durch die Drallzahl ausgedrückt, und die Richtung wird meist als S-Drall oder Z-Drall angegeben. Es handelt sich um eine Spezifikation der Garnstruktur, getrennt vom Materialnamen oder der Garnnummer.
Drall zeigt sich nicht nur im Nähgarn, sondern auch im Aussehen des Gewebes, nachdem es zu gewebten oder gestrickten Waren verarbeitet wurde. Je nach Kombination von Kett- und Schussdrallrichtung sowie Drallstärke können Glätte, Struktur und der Eindruck von Schrägverzug variieren.
Wirkung auf Griff, Funktion und Aussehen
Im Allgemeinen macht stärkerer Drall das Nähgarn fester, unterdrückt Flausch und verleiht ihm tendenziell einen glatten, klaren Griff. Andererseits kann, weil die Fasern weniger Luft halten, je nach Material und Struktur Weichheit und Volumen abnehmen.
Nähgarn mit relativ geringem Drall kann Volumen und Weichheit leichter zur Geltung bringen, es ist jedoch erforderlich, auf durch Reibung verursachtes Fusseln und Pilling zu achten. Stark gedrehtes Garn wird verwendet, um einen kühlen Griff und ein Erscheinungsbild mit betonter feiner Oberflächenstruktur zu erzeugen.
Drall beeinflusst nicht nur das Aussehen des Nähgarns, sondern auch die Verdrehung des Nähgarns während des Nähens und das Auftreten von Fadenbruch. Bleibt im Gewebe das Drehmoment des Dralls erhalten, kann es nach dem Waschen zu Schrägverzug oder Verdrehen kommen.
Hauptanwendungen
Das Drall-Design ist für eine breite Palette von Bekleidungsstoffen relevant, darunter Hemden, Blusen, Kleider, Maschenwaren, Anzüge, Uniformen und Handtücher. Besonders im Frühling und Sommer kann durch starken Drall ein trockener Griff und ein luftiges Tragegefühl erzielt werden.
Für Herbst und Winter kann Nähgarn mit geringerem Drall oder Effektgarn verwendet werden, um Volumen, Weichheit und ein warmes Aussehen auszudrücken. Die Saisonalität wird jedoch nicht allein durch den Drall bestimmt; sie wird zusammen mit Material, Dichte, Struktur und Aufrauen beurteilt.
Hinweise zur Auswahl und Verarbeitung
Bei der Stoffauswahl sollten nicht nur Drallzahl und Drallrichtung, sondern auch Faserart, Garnnummer, ob es sich um Einfachgarn oder gezwirntes Garn handelt, Gewebe- oder Strickstruktur sowie die Veredelung geprüft werden. In der Planungsphase ist es wichtig, Griff, Transparenz, Fall und Haltbarkeit anhand realer Stoffmuster oder Prototypen zu bewerten.
Materialien mit Restdrehmoment aus dem Drall können dazu führen, dass Beschläge sich verdrehen oder Nähte beim Zuschneiden oder Nähen wellen. Es ist ratsam, vor dem Zuschnitt den Fadenlauf auszurichten und vor und nach dem Nähen Prüfungen und Waschtests unter Berücksichtigung von Schrumpfung und Schrägverzug durchzuführen.
Schrumpfung und Griffveränderungen durch das Waschen lassen sich allein aus dem Drall nicht vorhersagen. Insbesondere Naturfasern und stark gedrehte Materialien können je nach Wasch- und Trockenmethode ihr Aussehen verändern, daher sollten das Pflegeetikett und die Verarbeitungsbedingungen des Lieferanten geprüft werden.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Die Drallzahl ist ein Index, der die Anzahl der Drallumdrehungen auf eine bestimmte Länge angibt. Während Drall allgemein das Verdrillen selbst bezeichnet, ist die Drallzahl eine numerische Spezifikation zur Erfassung und zum Vergleich des Drallgrads.
Die Drallrichtung ist die Richtung der Garnverdrillung. S-Drall und Z-Drall werden anhand der Schrägstellung ihres Erscheinungsbilds unterschieden und beziehen sich nicht auf die Drallstärke. Außerdem ist stark gedrehtes Garn die Bezeichnung für Garn mit starkem Drall; es bezeichnet nicht Drall im Allgemeinen.
Häufig gestellte Fragen
Sind Garne mit höherer Drallzahl stärker?
Eine höhere Drallzahl kann das Garn fester machen, Flausch unterdrücken und zur Festigkeit sowie Abriebfestigkeit beitragen. Die Festigkeit wird jedoch auch von der Faserart, der Faserlänge, der Garnnummer und davon beeinflusst, ob es sich um Einfachgarn oder gezwirntes Garn handelt. Eine höhere Drallzahl bedeutet nicht zwangsläufig größere Festigkeit, daher ist eine umfassende Prüfung anhand des Einsatzzwecks erforderlich.
Geht Stoff aus stark gedrehtem Garn beim Waschen ein?
Ob ein Schrumpfen auftritt, lässt sich allein daraus, dass das Garn stark gedreht ist, nicht bestimmen. Das Ausmaß der Schrumpfung variiert je nach Fasereigenschaften, Gewebe- oder Strickstruktur, Färbe- und Veredelungsverfahren sowie Wasch- und Trockenbedingungen. Außerdem können Struktur und Unebenheiten nach dem Waschen deutlicher hervortreten. Vor der Serienproduktion sollten Probewäschen durchgeführt und Maße sowie Aussehen geprüft werden.
Sind S-Drall und Z-Drall bei der Stoffauswahl wichtig?
Bei der normalen Stoffauswahl werden meist zuerst Material, Struktur, Flächengewicht und Griff geprüft. Sie werden jedoch wichtig, wenn Stoffe spezifiziert werden, die durch Drall Struktur erzeugen, wie Krepp, Nähgarn oder Kombinationen aus gedrehtem Garn. Wenn Verdrehen oder Schrägverzug ein Problem ist, sollte die Drallrichtung als Teil der Spezifikation bestätigt werden.






