Formband
Formband ist ein schmales Band, das an Kanten und Nähten von Textilien angebracht wird, die sich beim Nähen oder Tragen leicht dehnen, um Verzug und Dehnung zu verhindern.
Definition und Überblick
Formband ist ein Hilfsmaterial, das verwendet wird, um Bereiche von Textilien zu verstärken, die sich in Fadenlauf- oder Schrägrichtung leicht dehnen, und um Maße und Form zu stabilisieren. Einige Arten werden auf der Zugabenseite der Naht aufgenäht, andere mit Klebstoff befestigt.
Sein Zweck besteht nicht darin, das Textil selbst steif zu machen, sondern die Dehnung nur in den erforderlichen Bereichen zu unterdrücken. Bandtyp und Anwendung werden entsprechend der Dicke, Dehnung und den Nähvorgaben des Oberstoffs festgelegt.
Einsatzbereiche und Funktion
Typische Anwendungsbereiche sind Schulternähte, Halsausschnitte, vordere Kanten, Tascheneingriffe, Armlochkanten, Schritt- und Reißverschlussöffnungen. Dies sind Bereiche, die sich durch Zuschnitt, Nähen oder Tragen leicht dehnen oder wellen können.
Bei Maschenware und elastischen Geweben wird es verwendet, um zu verhindern, dass Schulternähte absinken und Halsausschnitte ausleiern. Wenn es dagegen auch in Bewegungsbereichen zu fest fixiert wird, kann das den Tragekomfort und die Bewegungsfähigkeit der Naht beeinträchtigen.
- Schulternähte: verhindert Schultersinken und Nahtdehnung.
- Halsausschnitte und Armlochkanten: unterdrückt Dehnung und Wellenbildung in geschwungenen Bereichen.
- Vordere Kanten und Öffnungen: stabilisiert die Form von Blenden, Reißverschlussbereichen und ähnlichen Teilen.
- Tascheneingriffe: unterdrückt Öffnungsdehnung durch wiederholte Nutzung.
Arten und Zuschnittsrichtung
Das Dehnverhalten des Bandes hängt von der Gewebe- oder Strickstruktur und der Zuschnittsrichtung ab. Im Allgemeinen begrenzt gerade geschnittenes Band entlang des Fadenlaufs die Dehnung besser, während schräg geschnittenes Band Kurven leichter folgt.
Selbstklebende Arten können mit dem Bügeleisen oder der Presse vorübergehend fixiert werden und sind daher praktisch, um Verrutschen beim Nähen zu verringern. Nicht selbstklebende Arten werden festgenäht und kommen bei hitzeempfindlichen Stoffen oder bei Vorgaben zum Einsatz, bei denen Klebstoff vermieden werden muss.
- Gerader Zuschnitt: geeignet für gerade Abschnitte und Bereiche, in denen die Dehnung besonders begrenzt werden soll.
- Schräger Zuschnitt: geeignet, um Kurven wie Halsausschnitte zu folgen.
- Selbstklebende Art: wird bei Vorgaben verwendet, bei denen erst nach dem Anbringen genäht wird.
- Nicht selbstklebende Art: wird bei Vorgaben verwendet, bei denen das Band eingenäht oder aufgenäht wird.
Auswahl sowie Hinweise zu Fixierung und Nähen
Wählen Sie die Breite entsprechend der Nahtzugabenbreite, dem zu verstärkenden Bereich und der Nähposition. Ist das Band zu breit, kann übermäßige Steifigkeit auftreten; ist es zu schmal, reicht die Stabilität möglicherweise nicht aus. Band, das sich stärker dehnt als der Oberstoff, ist für Formband-Anwendungen nicht geeignet.
Bei selbstklebenden Arten sollten Sie sie im tatsächlichen Lagenaufbau einschließlich Oberstoff testen und die Haftbedingungen wie Temperatur, Druck und Zeit prüfen. Achten Sie auch auf Probleme wie Schrumpfung des Stoffes nach dem Verkleben, Ausbluten an der Oberfläche oder Ablösen.
Beim Nähen ist es wichtig, nicht unter Zug an Band und Stoff zu nähen. Besonders bei Kurven kann ein zu starkes Ausgleichen des Bandes im fertigen Nahtverlauf zu Wellen und Kräuseln führen, daher sollte die Befestigungsart im Voraus entsprechend der Spezifikation festgelegt werden.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Stretchband nutzt Elastizität, um Beweglichkeit und Passform zu ermöglichen. Sein Zweck unterscheidet sich von Formband, das Dehnung unterdrückt, daher sollte Stretchband in Bereichen eingesetzt werden, in denen eine bestimmte Dehnbarkeit erforderlich ist.
Schrägband wird außerdem zum Versäubern von Stoffkanten, zur Verzierung und für sichtbare Ausführungen wie Paspeln verwendet. Schräg geschnittenes Formband hat den gemeinsamen Vorteil, Kurven leicht zu folgen, sein Hauptzweck ist jedoch die Formstabilisierung und nicht das Kantenversäubern.
Einlage ist ebenfalls ein Hilfsmaterial, das dem Stoff Stand und Stabilität verleiht, aber sie verstärkt einen bestimmten Bereich. Formband unterscheidet sich dadurch, dass es linienförmige Bereiche wie Nähte und Kanten lokal verstärkt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Art von Formband wird für Schulternähte bei Maschenware verwendet?
Für Schulternähte wird im Allgemeinen ein gerade geschnittenes Band mit geringer Dehnung verwendet. Bei leichter Maschenware kann jedoch die Dicke und Steifigkeit des Bandes auf der Oberfläche durchscheinen. Prüfen Sie Dehnung des Oberstoffs, Breite der Nahtzugabe und Verhalten nach dem Waschen und testen Sie mit einem Muster, ob es zu Absacken oder Kräuseln kommt.
Kann selbstklebendes Formband ohne Nähen verwendet werden?
Ob es nur durch Kleben oder nach dem Kleben zusätzlich eingenäht wird, hängt vom Bereich und der Ausführung ab. Bei belasteten Bereichen oder Produkten, die häufig gewaschen werden, sollte man sich nicht allein auf die Klebekraft verlassen; erwägen Sie zusätzlich eine Fixierung durch Nähen. Bestätigen Sie die Haftbedingungen und die Haltbarkeit stets mit dem tatsächlichen Stoff.
Kann gerade geschnittenes Band an einem Halsausschnitt verwendet werden?
Wird gerade geschnittenes Band an einer Kurve wie einem Halsausschnitt verwendet, kann es sich nicht gut anlegen und Kräuseln oder Wellen verursachen. Je nach Krümmung, Dehnung des Oberstoffs und Ausführung sollten Sie schräg geschnittenes Band oder ein für Kurven ausgelegtes Band wählen; außerdem ist eine Teilprobe wichtig.






