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ApparelX WikiSpitze-Glossar

Ösenspitze

Definition

Ösenspitze ist eine durchbrochene, bestickte Spitze, bei der Löcher in den Stoff eingearbeitet und die umliegenden Kanten mit Stickgarn eingefasst werden, um sie zu verstärken und dabei florale Muster und andere Designs zu erzeugen.

Inhalt6 Abschnitte
  1. Definition und Überblick
  2. Konstruktion und Materialien
  3. Optische Merkmale und Verwendung
  4. Hinweise zu Auswahl und Verarbeitung
  5. Hinweise zum Waschen und zur Pflege
  6. Häufig gestellte Fragen

Definition und Überblick

Ösenspitze ist eine Spitze mit Löchern im Grundgewebe, deren Kanten dicht bestickt werden, um Muster zu erzeugen. Die runden Löcher, also Ösen, wirken oft wie Blütenmitten oder Blattadern und verbinden die plastische Wirkung der Stickerei mit Transparenz.

Broderie anglaise bezeichnet oft Stickerei mit weißem Garn auf weißem Baumwollstoff und wird manchmal nahezu synonym mit Ösenspitze verwendet. Der Begriff variiert jedoch je nach Material, Muster und Verwendungsbereich.

Konstruktion und Materialien

Im Allgemeinen wird als Grundgewebe ein Gewebe wie Leinwandbindung verwendet, und nach dem Anbringen des Musters durch Stickerei werden die Lochbereiche ausgeschnitten oder die Öffnungen zusammen mit dem Stickvorgang gebildet. Der Bereich um die Löcher wird mit Knopflochstich-ähnlicher Stickerei und ähnlichen Nähten verstärkt.

Häufig wird Baumwolle verwendet, und ihr leichter, kühler Eindruck ist ein prägendes Merkmal. Je nach Design können auch Grundgewebe und Stickgarne einschließlich Polyester verwendet werden. Material, Grundgewebedichte und Stickaufwand beeinflussen Steifheit, Transparenz und Verarbeitungseigenschaften.

Optische Merkmale und Verwendung

Typisch sind das durchbrochene Muster, das durch die Löcher entsteht, und die erhabene Stickerei darum herum. Die Bandbreite reicht von zarten Designs mit kleinen, fortlaufenden Löchern bis hin zu großen Blumenmustern und Designs mit Wellenkante am Saum und ergibt ein Material, das leicht einen schlichten, klaren Eindruck vermittelt.

Es wird für Blusen, Hemden, Kleider, Röcke, Kinderbekleidung und Nachtwäsche verwendet. Bei besonders transparenten Mustern wird ein Futter ergänzt, oder es wird teilweise wie bei Passe und Ärmeln eingesetzt, um die Transparenz als Gestaltungselement zu nutzen.

  • Bei der Verwendung über das gesamte Kleidungsstück hinweg verändert sich die Wirkung des Lochmusters je nach Farbe des darunterliegenden Stoffes.
  • Bei einer Wellenkante am Saum oder an den Manschetten sollte die Musterplatzierung beim Zuschnitt berücksichtigt werden.
  • Richtung und Rapport des Stickmusters prüfen und die Wirkung auf beiden Seiten abstimmen.

Hinweise zu Auswahl und Verarbeitung

Bei der Auswahl des Stoffes sollten Dicke des Grundgewebes, Lochgröße, Menge des Stickgarns, Musterrichtung und Transparenz geprüft werden. Wenn große Löcher oder erhabene Stickerei in den Nahtzugaben liegen, wird das Nähen schwierig und die Nähte können instabil werden; daher sollte die Musterplatzierung im Schnitt berücksichtigt werden.

Ösenspitze selbst ist in der Regel kein elastisches Material. Dünne Grundgewebe können sich jedoch je nach Fadenlauf und Zuführung beim Nähen dehnen oder verziehen; bei Bedarf sollte die Form daher mit Formband oder Besätzen gestützt werden.

Schnittkanten können je nach Aufbau des Grundgewebes und Platzierung der Stickerei leicht ausfransen. Wichtig ist, genügend Nahtzugabe zu sichern und eine zur Gestaltung und zum Stoff passende Kantenverarbeitung zu wählen, etwa Overlocken, französische Nähte oder Schrägbandverarbeitung.

Hinweise zum Waschen und zur Pflege

Die Waschmethode hängt vom Mischungsverhältnis der Fasern, der Färbung, dem Stickgarn und davon ab, ob Besätze angebracht sind; daher ist das Pflegeetikett des Produkts zu beachten. Die Löcher und bestickten Bereiche können leicht an anderen Kleidungsstücken oder Beschlägen hängen bleiben, daher helfen ein Wäschenetz und das Vermeiden starker Reibung, Schäden zu verringern.

Nach dem Waschen die Löcher und Wellenkanten vor dem Trocknen in Form ziehen. Beim Bügeln empfiehlt es sich, von der Rückseite aus ein Bügeltuch zu verwenden, um die Stickerei nicht zu plätten oder Ausbleichen zu verursachen. Es ist ratsam, vorab ein Stoffmuster probeweise zu waschen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ösenspitze und Cutwork?

Cutwork bezeichnet eine Sticktechnik oder den Stoff, der dadurch entsteht, dass Teile des Gewebes ausgeschnitten werden, um ein durchbrochenes Muster zu erzeugen. Ösenspitze ist ein Begriff, der sich auf den Ausdruck der mit Stickerei verstärkten Lochkanten konzentriert. In der Praxis können die beiden Begriffe teilweise mit überlappender Bedeutung verwendet werden.

Ist Ösenspitze dehnbar?

Übliche gewebte Ösenspitze hat nicht die Elastizität von Strickwaren oder Materialien mit Polyurethan-Mischung. Dünne Grundgewebe und die Schrägrichtung neigen jedoch zur Dehnung, und auch das Verhalten ändert sich je nach Abstand des Stickmusters. Vor dem Nähen Fadenlauf und Dehnverhalten prüfen.

Wie verhindert man das Ausfransen bei Ösenspitze?

Die Lochkanten werden durch Stickerei verstärkt, dennoch können Schnittkanten ausfransen. Wichtig ist, genügend Nahtzugabe zu sichern, Overlocken oder französische Nähte zu verwenden und in der Nähe der Löcher keine unnötig schmale Nahtzugabe zu lassen. Außerdem die Nahtstabilität an einem Prototyp prüfen.

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