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Leibfutter

Definition

Leibfutter ist das Futter, das an der Innenseite des Oberteils von Kleidungsstücken wie Jacken, Mänteln und Kleidern verarbeitet wird. Es verbessert das Gleiten beim An- und Ausziehen, schützt das Außenmaterial und erhöht den Tragekomfort sowie das fertige Erscheinungsbild.

Definition und Übersicht

Leibfutter ist das Futter, das für den Oberkörperbereich eines Kleidungsstücks verwendet wird. Es wird auf der Innenseite der vorderen und hinteren Oberteilteile verarbeitet und bildet eine Schicht zwischen dem Außenstoff und der Unterwäsche bzw. den Unterkleidern. Es wird häufig bei Jacken, Mänteln, Kleidern und ähnlichen Artikeln verwendet, und der Bereich, in dem es eingesetzt wird, hängt von Design und Konstruktion des Kleidungsstücks ab.

Es unterscheidet sich im Einsatzbereich vom Ärmel­futter, das in den Ärmeln verwendet wird, und vom Kniefutter, das im Kniebereich von Hosen verwendet wird. Eine Konstruktion, die die Innenseite eines Kleidungsstücks einschließlich des Leibfutters großflächig mit Futter auskleidet, wird Vollfutter genannt, während eine Konstruktion, bei der ein Teil des Rückens ausgelassen wird, als halb gefütterter Rücken bezeichnet wird.

Einsatzbereiche und Funktion

Leibfutter bedeckt Nahtzugaben und Einlagen auf der Innenseite des Außenstoffs und verbessert so das Erscheinungsbild der Innenseite. Es reduziert außerdem die direkte Reibung zwischen Außenstoff und Unterwäsche oder inneren Schichten und beeinflusst das An- und Ausziehen sowie die Bewegungsfreiheit. Bei Außenstoffen, die zum Aufrauen neigen, wird es auch verwendet, um die Reibung auf der Innenseite zu verringern.

Bei dünnen oder hellen Außenstoffen beeinflusst Leibfutter die Transparenz und die Farberscheinung. Andererseits erhöht ein Futter das Gewicht und die Wärme des Kleidungsstücks im Vergleich zu einer ungefütterten Konstruktion, sodass Tragezeit, Verwendungszweck und gewünschte Leichtigkeit abgewogen werden müssen.

Materialien und Arten

Für Leibfutter werden häufig Webstoffe wie Kupro, Viskose und Polyester verwendet, da sie guten Glanz und schönen Fall bieten. Nicht nur das Material, sondern auch die Bindungsart wie Leinwandbindung, Köper und Satinbindung sowie Garnstärke, Dichte und Oberflächenveredelung beeinflussen Gleiteigenschaften, Festigkeit, Glanz und Atmungsaktivität.

Bei Kleidungsstücken mit großen Bewegungen oder Außenstoffen mit Stretch kann ein Stretchfutter oder Strickfutter gewählt werden. Für Anwendungen, bei denen statische Aufladung ein Thema ist, wird ein Futter mit antistatischer Funktion in Betracht gezogen, und bei hellen oder dünnen Außenstoffen wird ein Futter gewählt, das die Transparenz verringert.

  • Kupro-/Viskosearten: verwendet, wenn Weichheit sowie Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe wichtig sind.
  • Polyesterarten: verwendet, wenn Handhabung, Festigkeit und Funktionalität wichtig sind.
  • Stretchfutter: verwendet, wenn das Futter dem Außenstoff oder der Tragebewegung folgen muss.

Auswahl und Hinweise

Die Verträglichkeit mit dem Außenstoff wird durch Prüfung von Farbe, Dicke, Gleiteigenschaften, Dehnbarkeit und Transparenz anhand eines echten Musters bestimmt. Ist das Futter im Vergleich zum Außenstoff zu steif, kann es durch die Oberfläche durchscheinen oder sich beim Tragen zu eng anfühlen. Umgekehrt können bei zu dünnem Futter Nahtzugaben und Taschenbeutel durchscheinen, oder die Haltbarkeit im Inneren reicht nicht aus.

Wird ein nicht dehnbares Leibfutter mit einem dehnbaren Außenstoff kombiniert, kann dies die Bewegungsfreiheit im Rückenbreiten- oder Schulterbereich einschränken. Die Dehnrichtung von Außenstoff und Futter sollte geprüft werden, und bei Bedarf ist die Mehrweite im Schnitt festzulegen. Bei hellen Außenstoffen ist es wichtig, nicht nur die Farbe des Leibfutters zu prüfen, sondern auch dessen Durchscheinen, einschließlich überlappender Nahtzugaben.

Nähhinweise

Leibfutter wird oft mit etwas mehr Mehrweite als der Außenstoff genäht; diese Mehrweite wird Kise genannt. Ist die Kise zu gering, kann das Futter beim Tragen gezogen werden, wodurch die Silhouette des Außenstoffs verformt oder die Nähte belastet werden.

Außenstoff und Futter werden mit ausgerichtetem Fadenlauf zugeschnitten, und Unterschiede in Einlaufverhalten und Verarbeitung werden ebenfalls im Voraus geprüft. Da glattes Futter beim Nähen leicht verrutscht, müssen Nähbedingungen und Einstellungen des Nähfußes angepasst werden. Bei Stoffen, bei denen Nahtbruch oder Nahtverschiebung ein Thema ist, wird die Nahtfestigkeit durch Prototypen bestätigt.

Häufig gestellte Fragen

Sollte für Leibfutter und Ärmel­futter dasselbe Futter verwendet werden?

Es kann dasselbe Material verwendet werden, muss aber nicht identisch sein. Da Ärmel­futter besonders guten Gleiteffekt beim Durchstecken des Arms und Bewegungsfreiheit des Arms bieten muss, kann es mit einem Futter kombiniert werden, das andere Gleit- oder Dehnungseigenschaften als das Leibfutter hat. Farbton, Dicke und Verarbeitungsverträglichkeit werden insgesamt geprüft.

Was ist zu beachten, wenn Leibfutter zu einem dehnbaren Außenstoff hinzugefügt wird?

Wenn nur der Außenstoff dehnbar ist und das Leibfutter nicht, kann das Futter die Bewegung einschränken und zu Belastung an den Nähten oder einem engen Tragegefühl führen. Dehnbarkeit und Dehnrichtung des Futters sollten geprüft werden, und bei Bedarf ist ein Stretchfutter zu wählen. Mehrweite im Schnitt und Kise sollten ebenfalls in der tatsächlichen Tragebewegung geprüft werden.

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