Blindstich
Der Blindstich ist eine Veredelungsmethode, bei der umgeschlagene Stoffkanten wie Säume und Belege mit möglichst unsichtbaren Stichen an das Hauptmaterial befestigt werden.
Definition und Überblick
Blindstich ist eine Nähmethode, bei der die Nahtzugabe eines umgeschlagenen Saums oder Belegs befestigt wird, während nur ein kleiner Teil des Oberstoffs erfasst wird.
Da die Stiche von der rechten Seite schwer zu sehen sind, wird er für Saumarbeiten bei Produkten verwendet, bei denen ein sauberes Erscheinungsbild erforderlich ist.
Er kann von Hand oder mit einer Blindstichmaschine ausgeführt werden. Beim maschinellen Blindstich wird der Oberstoff in einem speziellen Zustand zugeführt und dabei nur zeitweise erfasst, wodurch die Stiche auf der Oberfläche weniger sichtbar sind.
Verarbeitung in der Produktfertigung
Im Allgemeinen erfolgt er nach dem Zuschnitt des Oberstoffs, dem Aufbügeln der Einlage und dem Zusammennähen der verschiedenen Zubehörteile; anschließend wird der Saum umgeschlagen und mit dem Bügeleisen in Form gebracht. Bei gefütterten Produkten wird die Reihenfolge für das Fertigstellen des Obersaums und die Verarbeitung des Futters je nach Spezifikation angepasst.
Vor dem Blindstich sollten die Saumumschlagbreite, die Ausführung der Nahtzugabe und die umgeschlagene Position bestätigt werden. Nach dem Nähen den Saum bügeln und auf Wellenbildung, Durchscheinen auf der rechten Seite und sichtbare Stiche prüfen, um die Verarbeitung abzuschließen.
Verfahren und praktische Hinweise
Beim Nähen ist es wichtig, nicht zu viel vom Oberstoff zu erfassen. Wird zu viel erfasst, werden die Stiche auf der rechten Seite sichtbar; wird zu wenig erfasst, kann die Haltekraft unzureichend sein. Nadel, Nähgarn und Nähbedingungen sollten je nach Stoffdicke, Webdichte, Farbe und Flor angepasst werden.
Bei elastischen Stoffen oder schräg geschnittenen Säumen können leicht Einlauf und Kräuselungen entstehen, daher ist Vorsicht geboten. Den Saum nicht stärker ziehen als nötig und anhand von Mustern prüfen, einschließlich der Bügelbedingungen vor und nach dem Nähen.
- Ein Nähgarn wählen, das farblich dem Oberstoff nahekommt, und prüfen, wie sichtbar die Stiche auf der Oberfläche sind.
- Bei dicken Stoffen nicht zu viel vom Oberstoff erfassen; dies mit dem Halt auf der Seite der Nahtzugabe ausbalancieren.
- Bei dünnen Stoffen auf Nadelstiche, Kräuselungen und Durchscheinen der Nahtzugabe achten.
- Wenn der Oberstoff Flor oder Struktur hat, die Sichtbarkeit der Stiche an einem tatsächlichen Muster prüfen.
Bestellung und Hinweise zur Qualität
Bei einer Bestellung in einer Nähfabrik sollten im Spezifikationsblatt nicht nur Blindstich, sondern auch der Zielbereich, die Saumumschlagbreite, die Ausführung der Nahtzugabe, die Garnfarbe und der zulässige Bereich für das Erscheinungsbild auf der rechten Seite angegeben werden. Außerdem sollte klar vermerkt werden, ob Handblindstich oder Maschinenblindstich erforderlich ist, da dies das Erscheinungsbild und die Produktionsbedingungen beeinflusst.
Bei Qualitätsprüfungen sind die Sichtbarkeit der Stiche auf der rechten Seite, das Dehnen oder die Wellenbildung des Saums, ausgelassene Stiche und das Verdrehen der Nahtzugabe zu bestätigen. Ob der Saum nach dem Waschen oder Tragen durchhängt oder ob das Blindstichgarn reißt, sollte im Voraus entsprechend Material und Verwendungszweck beurteilt werden.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Blindstich ist in erster Linie eine Verarbeitungsmethode, um Säume und ähnliche Bereiche zu sichern, ohne sie sichtbar zu machen. Der Steppstich ist ein allgemeiner Maschinenstich, bei dem auf beiden Seiten fortlaufende Stiche erscheinen; er unterscheidet sich von Blindstich hinsichtlich des Erscheinungsbildes der Stiche und seines Zwecks.
Overlock ist ein Kantenstich, der verwendet wird, um Ausfransen an der Stoffkante zu verhindern. Die Kante der Nahtzugabe kann vor dem Blindstich mit Overlock versäubert werden, doch dienen beide unterschiedlichen Zwecken. Außerdem ist kisetake eine Schneidertechnik, die der Nahtlinie etwas Mehrweite gibt, und sie ist vom Blindstich, der die Nähmethode selbst bezeichnet, zu unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Produkte werden für Säume mit Blindstich verarbeitet?
Er wird für Säume an Hosen, Röcken, Kleidern, Jacken und Mänteln verwendet, bei denen die Stiche auf der rechten Seite nicht sichtbar sein sollen. Für Designs, bei denen Stoffdicke, Elastizität oder ein lässiger Look betont werden, kann jedoch auch eine Verarbeitung gewählt werden, bei der die Stiche sichtbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen Handblindstich und Maschinenblindstich?
Beim Handblindstich lassen sich Nähposition und Sichtbarkeit der Stiche feiner anpassen; er eignet sich für empfindliche Materialien und komplexe Bereiche. Der Maschinenblindstich ist unter gleichmäßigen Bedingungen effizient, aber je nach Stoffdicke und Oberflächenstruktur sollte das Stichbild im Voraus geprüft werden.
Wodurch werden beim Blindstich sichtbare Stiche auf der rechten Seite verursacht?
Die Hauptfaktoren sind, dass zu viel vom Oberstoff erfasst wird, die Garnfarbe nicht zum Oberstoff passt und der Stoff dünn ist. Nicht nur die Nähbedingungen, sondern auch die Wahl von Nadel und Nähgarn sowie der gebügelte Zustand des Saums beeinflussen das Erscheinungsbild, daher sollte vor der Serienproduktion ein genähtes Muster mit dem tatsächlichen Stoff geprüft werden.
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