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ApparelX WikiTextil-Glossar

Sericin und Fibroin

Definition

Sericin und Fibroin sind Proteine, aus denen Seide gewonnen aus Kokons besteht. Damit sind Sericin gemeint, das die Außenseite bedeckt, und Fibroin, das den Hauptkörper der Faser bildet.

Inhalt6 Abschnitte
  1. Definition und Zusammensetzung
  2. Merkmale von Haptik und Aussehen
  3. Hauptanwendungen
  4. Hinweise zur Auswahl und Handhabung
  5. Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
  6. Häufig gestellte Fragen

Definition und Zusammensetzung

Sericin und Fibroin sind die wichtigsten Proteine, die in aus Seidenraupenkokons gewonnener Seide vorkommen. Fibroin ist der Bestandteil, der den Kern der Seidenfasern bildet, während Sericin ihn umgibt und die Fasern zusammenbindet.

Rohseide enthält in der Regel noch Sericin, doch beim Entbasten wird Sericin und andere Substanzen entfernt, um den natürlichen Glanz und die Weichheit der Seide hervorzuheben. Es gibt auch Veredelungen, bei denen Seidenprotein mit Sericin und Fibroin auf Fasern aufgebracht wird.

Merkmale von Haptik und Aussehen

Seide, deren Hauptbestandteil Fibroin ist, zeichnet sich durch ein glattes Gefühl, eleganten Glanz und einen fließenden Fall aus. Je nach Garnstärke, Drehung, Bindungsstruktur und Grad des Entbastens können Glanz, Stand und Fall sehr stark variieren.

Materialien, die Sericin enthalten, können sich im Vergleich zu entbasteter Seide fester oder leicht knarrend anfühlen. Bei der Seidenprotein-Veredelung wird auch dann, wenn das Material selbst keine Seide ist, eine glatte Haptik und weiche Textur angestrebt.

Hauptanwendungen

Seidenmaterialien mit Fibroin als Hauptbestandteil werden für Blusen, Hemden, Röcke, Kleider, Schals, Futterstoffe und mehr verwendet. Aufgrund ihrer Feuchtigkeitsaufnahme und ihres angenehmen Tragegefühls auf der Haut kommen sie auch gelegentlich für Unterwäsche und Nachtwäsche zum Einsatz.

Veredelungen mit Sericin oder Fibroin finden sich nicht nur in hautnaher Kleidung, sondern auch in Bettwaren und Modeaccessoires. Allerdings unterscheiden sich die Haptik und die Waschbeständigkeit veredelter Materialien je nach Grundgewebe und Verarbeitungsbedingungen, sodass die Leistungsfähigkeit nicht allein anhand des Materialnamens beurteilt werden sollte.

Hinweise zur Auswahl und Handhabung

Prüfen Sie bei der Stoffauswahl anhand des Mischungsverhältnisses und der Produktspezifikationen, ob es sich um reine Seide oder um ein veredeltes Material handelt, auf das Seidenprotein aufgebracht wurde. Je nach Einsatzzweck sollten Glanz, Transparenz, Flächengewicht und Fall sowie die Möglichkeit der Maschinenwäsche und das Maßverhalten anhand einer Probe bestätigt werden.

Seide kann durch Feuchtigkeit, Reibung, Hitze und alkalische Waschmittel beeinträchtigt werden. Befolgen Sie das Pflegeetikett und vermeiden Sie selbst bei waschbaren Artikeln starke Reibung und langes Einweichen; anschließend in Form ziehen und im Schatten trocknen. Veredelte Materialien können sich nach dem Waschen in der Haptik verändern.

Beim Nähen ist bei dünnen oder glatten Seidenstoffen auf Verzug in Fadenrichtung, Nahtschrumpfung und sichtbare Nadelstiche zu achten. Verwenden Sie eine feine Nadel und ein für den Stoff geeignetes Garn, und legen Sie die Bedingungen für die Serienproduktion erst fest, nachdem Fadenspannung, Stichbild und Nahtkräuselung in einem Probenähen geprüft wurden.

  • Vor dem Zuschnitt den Stoff ausrollen und auf Verzug oder Schrumpfung prüfen.
  • Wasch- und Dampfversuche durchführen, um Schrumpfung und Veränderungen des Glanzes zu bestätigen.
  • Bei dunklen Artikeln auch die durch Reibung im nassen Zustand verursachte Farbabgabe prüfen.

Unterschiede zu ähnlichen Begriffen

Seide ist die allgemeine Bezeichnung für Seide als Faser. Sericin und Fibroin hingegen sind die Bezeichnungen der Proteinbestandteile, aus denen diese Seide besteht. Fibroin allein bezeichnet nicht die gesamte Seide.

Rohseide ist Seidengarn, das aus Kokons abgehaspelt wird und bei dem Sericin noch vorhanden ist. Entbasten bezeichnet den Verarbeitungsschritt, bei dem Sericin aus Rohseide und ähnlichen Materialien entfernt wird. Bei der Seidenprotein-Veredelung kann auch Sericin oder Fibroin verwendet werden, um anderen Materialien eine seidenartige Textur zu verleihen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher von Sericin und Fibroin ist der Hauptbestandteil der Seidenfasern?

Fibroin ist der Hauptbestandteil der Seidenfasern. Sericin ist der Bestandteil, der Fibroin bedeckt und bei Rohseide dazu beiträgt, die Fasern zusammenzuhalten. Beim Entbasten wird Sericin hauptsächlich entfernt, um den charakteristischen Glanz und die Weichheit der Seide hervorzuheben.

Ist Stoff mit Seidenprotein-Veredelung ein Seidenmaterial?

Nicht unbedingt. Mit Seidenprotein-Veredelung kann eine Behandlung gemeint sein, bei der Sericin, Fibroin oder ähnliche Substanzen auf die Faseroberfläche aufgebracht werden. Die Art des Grundgewebes, das Mischungsverhältnis und die Waschbeständigkeit der Veredelung müssen immer in den Produktspezifikationen oder Prüfergebnissen überprüft werden.

Kann Stoff mit Sericin zu Hause gewaschen werden?

Ob eine Haushaltswäsche möglich ist, lässt sich nicht allein durch das Vorhandensein oder Fehlen von Sericin bestimmen. Es hängt vom Material des Grundgewebes, der Färbung, der Verarbeitungsmethode und den Nähspezifikationen ab. Vorrang hat das Pflegeetikett, und bereits in der Planungsphase sollten Schrumpfung, Farbverlust und Veränderungen der Textur durch Waschtests bestätigt werden.

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