Mikron
Mikron ist eine Längeneinheit, mit der die Faserstärke angegeben wird, und in der Bekleidung wird sie hauptsächlich verwendet, um den durchschnittlichen Faserdurchmesser von Tierhaarfasern wie Wolle anzugeben.
Inhalt6 Abschnitte
Definition und Überblick
Mikron ist eine Längeneinheit, und 1 Mikron entspricht 1/1000 Millimeter. Im Bereich der Fasern wird sie hauptsächlich verwendet, um den Durchmesser einer einzelnen Faser oder den Durchschnittswert bei Tierhaarfasern wie Wolle und Kaschmir anzugeben.
Es ist keine Einheit, die direkt die Stoffdicke, Garnstärke oder das Flächengewicht eines Gewebes angibt. Selbst bei Rohmaterial mit demselben Mikronwert können sich Optik und Haptik des Textils je nach Faserlänge, Drehung, Garnstärke, Gewebekonstruktion und Veredelung stark verändern.
Auswirkung auf Haptik und Funktion
Im Allgemeinen gilt: Je feiner der Faserdurchmesser, desto geringer ist tendenziell die Reizung beim Kontakt mit der Haut, und desto eher entsteht ein glattes, weiches Griffgefühl. Feine Fasern können Licht fein reflektieren, und die Oberfläche kann dadurch edel wirken.
Der Mikronwert allein kann jedoch weder Wärmespeicherung, Haltbarkeit noch Pillingneigung bestimmen. Es ist wichtig, Faserlänge und Festigkeit, Mischungsverhältnis, Spinnverfahren, Gewebe- oder Strickstruktur sowie Veredelungsprozesse zusammen zu prüfen.
Hauptanwendungen
Die Mikronangabe findet sich bei Beschreibungen von Wollrohstoffen für Anzüge, Jacken, Mäntel, Strickwaren und Schals. Bei Kammgarnstoffen ist sie einer der Bezugspunkte bei Projekten, die eine feine Oberfläche und ein glattes Tragegefühl anstreben.
Ob etwas für Frühling und Sommer oder für Herbst und Winter geeignet ist, lässt sich allein anhand des Mikronwerts nicht entscheiden. Die Saisoneignung wird umfassend auf Grundlage des Faserdurchmessers sowie von Flächengewicht, Dichte, Struktur, Aufrauen und Futter sowie Schnittführung gestaltet.
Hinweise zur Auswahl und Handhabung
Bei der Auswahl von Rohmaterialien sollte der Mikronwert als Hinweis auf die Richtung der Haptik verwendet werden, und das Tastgefühl, die Festigkeit, der Fall, die Transparenz und die Verarbeitbarkeit beim Nähen sollten stets mit einer tatsächlichen Stoffprobe oder Rolle geprüft werden. In der Planungsphase sollten auch das Mischungsverhältnis und die Veredelungsbedingungen überprüft werden.
Stoffe mit feinen Tierhaarfasern können durch Reibung oder übermäßige mechanische Beanspruchung deutliche Oberflächenveränderungen zeigen. Der Grad der Schrumpfung oder Verfilzung durch Waschen wird nicht allein durch den Mikronwert bestimmt, daher sind die Pflegehinweise zu beachten, und Wasch- sowie Nähtests sollten vor der Serienproduktion durchgeführt werden.
- Beim Nähen sollten bei dünnen oder weichen Stoffen Nadelspuren, Nahtschrumpfung und Kräuseln im Voraus geprüft werden.
- Wählen Sie Einlage und Nähgarn passend zur Weichheit und Dehnbarkeit des Oberstoffs aus.
Unterschiede zu ähnlichen Begriffen
Count und Denier sind Angaben zur Garnstärke und unterscheiden sich vom Mikron, der den Durchmesser einer einzelnen Faser angibt. Count basiert auf der Garnlänge pro festem Gewicht, und Denier basiert auf dem Garngewicht pro fester Länge.
Super-Nummern werden vor allem als ein Indikator im Zusammenhang mit der Feinheit von Wolle verwendet, sind aber nicht selbst Mikronwerte. Da es Unterschiede in der Interpretation und Verwendung solcher Bezeichnungen gibt, sollten die einzelnen Rohmaterialspezifikationen wie Mikronwert, Faserlänge und Mischungsverhältnis separat geprüft werden.
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet ein niedrigerer Mikronwert höhere Qualität?
Je kleiner der Wert, desto feiner die Faser, und im Allgemeinen lässt sich dadurch leichter ein weiches, glattes Griffgefühl erzielen. Qualität wird jedoch nicht allein durch Feinheit bestimmt. Sie sollte zusammen mit Faserlänge, Zustand des Rohmaterials, Spinnen, Gewebe- oder Strickstruktur, Färben und Veredelung sowie der Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck bewertet werden.
Kann mir der Mikronwert etwas über das Einlaufen des Stoffes oder die Waschmethode sagen?
Das lässt sich allein aus dem Mikronwert nicht bestimmen. Einlaufen und Waschbeständigkeit werden durch die Faserart, Verarbeitung, Struktur, Nähspezifikationen und mehr beeinflusst. Besonders Tierhaar-Materialien können sich beim Waschen durch Reibung oder Temperatur verändern, daher sollten die Pflegehinweise beachtet und vorherige Tests durchgeführt werden.






